Wer heute durch die Gänge eines gut sortierten Supermarkts läuft, wird von einer Flut an visuellen Reizen empfangen. Zweitplatzierungen, Wobbler, Regalstopper und aufwendige Retail Media Displays kämpfen um die Aufmerksamkeit der Shopper. In einer Welt, die sich immer schneller ins Digitale verlagert, stellt sich für Marketingmanager eine berechtigte Frage: Ist klassisches POS Marketing heute überhaupt noch zeitgemäß?
1. POS Marketing: Ein Dinosaurier im digitalen Zeitalter?
Früher war der POS der einzige Ort, an dem Marken direkt mit dem Konsumenten kommunizieren konnten. Heute haben wir Social Media, Newsletter und D2C-Kanäle. Dennoch: Rund 70 % aller Kaufentscheidungen fallen erst direkt am Regal. Der POS ist somit kein Relikt, sondern das „Last Mile Marketing“.
Aber – und hier liegt der Haken: Die Art und Weise, wie Konsumenten einkaufen, hat sich gewandelt. Die „Zapping-Mentalität“ ist vom Fernseher auf das Regal übergegangen. Wenn eine POS-Maßnahme nicht innerhalb von Millisekunden den „Need“ weckt, wird sie schlichtweg übersehen. In einer Zeit, in der wir digitale Präzision gewohnt sind, wirken viele analoge POS-Aktionen oft wie ein Gießkannen-Prinzip aus einer vergangenen Ära.
2. Die ökonomische Falle: Hohe Kosten vs. geringer Output
Für viele Food-Marken ist der POS ein extrem teures Pflaster. Wir müssen hier Klartext reden: Die Kosten für Display-Mieten, Logistik, Aufbau-Services und die Produktion von physischen Werbemitteln sind in den letzten Jahren massiv gestiegen.
Dem gegenüber steht ein oft ernüchternd geringer quantitativer Output:
- Streuverluste: Ein Display im Supermarkt erreicht jeden, aber nicht zwingend Ihre Zielgruppe.
- Kurzlebigkeit: Oft landet das teure Display nach wenigen Tagen im Lager oder wird gar nicht erst vom Marktleiter aufgebaut.
- Messbarkeit: Während wir im digitalen Bereich jeden Klick und jede Conversion tracken können, bleibt der Erfolg einer Regal-Aktion oft eine vage Korrelation von Abverkaufszahlen, die von vielen Faktoren (Wetter, Konkurrenzpreise) beeinflusst werden.
Wer heute sein gesamtes Budget in den POS steckt, ohne eine digitale Flankierung zu haben, verbrennt im Zweifelsfall wertvolles Kapital für kurzfristige Strohfeuer.
3. Kontakt-Qualität vor Quantität: Der wahre Wert des Regals
Trotz der kritischen Kostenbetrachtung gibt es ein Argument, das für den POS spricht: Die Qualität des Kontakts. Wenn ein Kunde vor Ihrem Produkt steht, ist er im „Kaufmodus“. Ein digitaler Kontakt auf Instagram findet oft zur Ablenkung statt; der Kontakt am Regal findet in der Absicht zu konsumieren statt.
Hier gilt: Qualität vor Quantität. Eine kleine, aber hochgradig kreative POS-Inszenierung kann mehr wert sein als eine landesweite Plakatkampagne. Es geht darum, im unmittelbaren Kaufumfeld einen Impuls zu setzen, der das Vertrauen bestätigt, das wir zuvor digital aufgebaut haben. Der POS sollte nicht der Ort sein, an dem wir die Marke erklären, sondern der Ort, an dem wir den Sack zumachen.
4. Werbung im unmittelbaren Kaufumfeld: Die Brücke schlagen
Wir bei Spoonful Solution bieten bewusst keine klassische Produktion von POS-Displays an. Warum? Weil wir glauben, dass die Kraft der Werbung heute vor dem Laden entsteht.
Erfolgreiches modernes Marketing nutzt den POS nur noch als physischen Bestätigungspunkt einer digitalen Journey. Wenn der Kunde Ihr Produkt im Regal sieht, sollte er es bereits aus seinem Feed kennen. Die eigentliche „Werbung“ im Kaufumfeld findet heute auf dem Smartphone des Shoppers statt – etwa durch Geo-Fencing oder gezielte Social-Ads kurz vor dem Wocheneinkauf.
Fazit: Digital First, POS Second
POS Marketing ist ein mächtiges Tool für den kurzfristigen Abverkauf, aber es ist kein strategischer Marken-Anker, der für gleichbleibend steigende Abverkäufe sorgt. Die hohen Kosten und die mangelnde Flexibilität mit geringer Reichweite machen es zu einem riskanten Spielfeld für Marken, die nachhaltig wachsen wollen und ggf. Auch nicht über die allergrößten Budgets verfügen.
Unser Rat: Wenn Ihre Marke digital genug Sehnsucht weckt, brauchen Sie am POS keine blinkenden Lichter mehr – das Produkt im Regal wird dann ganz von allein zum Ziel der Begierde.
Möchten Sie erfahren, wie Sie Ihre Marke (digital) so stark positionieren, dass der Abverkauf am POS organisch steigt? Lassen Sie uns über Ihre Strategie sprechen: hello@spoonful-solution.com.



